Tag des Brots

[Dienstag]

Es ist schön, ausschlafen zu können und diesem Gefühl von Ferien-Freiheit nachzuspüren. Gegen halb zehn schwang ich mich aufs Fahrrad und fuhr zum Bahnhof Gakkentoshi. Dort war ich mit der Inderin verabredet, die leider 35 Minuten auf sich warten ließ. Ich beschwor mich, dass ich Zeit habe, aber ein bisschen genervt war ich trotzdem. Gemeinsam fuhren wir nach Meinohama aufs Bürgeramt, um uns abzumelden. Die Adressanmeldung funktionierte auch, aber um uns bei der Renten- und Krankenversicherung abzumelden, müssen wir wohl woanders hin. Das stand im Living Guidbook anders, was mich verunsichert, aber das ist auch schon zwei Jahre alt und vielleicht nicht aktuell. Immerhin ist besagtes Gemeindezentrum direkt am Bahnhof Gakkentoshi. Allerdings teilte man mir auch mit, dass ich zu früh dran sei mit der Versicherungsabmeldung, weil ich Japan ja erst am 29. Februar verlasse. Ich habe aber nicht vor, 10-14 Tage vor diesem Datum in Gakkentoshi zu erscheinen. Ich werde es übermorgen versuchen. 

Erstmal fuhren wir nach Imajuku zur Bankfiliale, damit die Inderin ihr Konto auflösen kann. Ich brauche meines noch, wollte aber schon mal schauen, wie das funktioniert, und außerdem braucht die Inderin ja einen Übersetzer. Oder eher braucht die Bank einen Übersetzer. Je nachdem, wie man die Erwartungshaltung formuliert. Als wir ankamen, machten die da gerade Mittagspause, weshalb wir uns erst nach nebenan in die Bäckerei verzogen. Ich machte die Inderin mit deutschen Backwaren vertraut und wir aßen jeder zwei Sachen zum Mittagessen. Außerdem kaufte ich sechs Brezen, ein halbes Brot und eine Semmel. Zwei mal zwei Brezen sind allerdings Bestelltungen vom Mainzer und einer anderen Deutschen.




Bei der Bank brauchten die über zwanzig Minuten, um dieses Konto aufzulösen. Ich verstehe nicht wirklich, was da so lange dauern kann. Die Inderin hatte es eilig, danach in die Uni zu fahren, also sprintete sie zum Zug. Ich spazierte zu Fuß nach Gakkentoshi. Es war ein wunderbar ruhiger, sonniger Spaziergang, der mich richtig gut tat. 


 

Bei Toyota Rent-a-car klärte ich die Bedingungen fürs Fahrradleihen und reservierte schon mal zwei E-Bikes für nächsten Mittwoch. Für Studenten kostet ein Tag da 1000 Yen, also 6,30€. Ich freue mich schon sehr drauf!

Ich hielt noch kurz bei Uniqlo an, um zwei Heattech-Taillenwärmer auf Vorrat zu erwerben, wobei mir im Laden auffiel, dass ich nicht wusste, ob ich zuhause M oder L hatte. Ratet mal, ob ich mich richtig entschieden habe... Nein, natürlich nicht, also muss ich bald nochmal zum Umtauschen hin. 

So um zwei war ich daheim. Ich bereitete ein Apfelmus mit dem verbliebenden 2/3 Apfel, Orangensaft und einer halben Banane zu. Es schmeckt wirklich gut! Außerdem röstete ich Kürbiskerne an und bereitete mir damit einen schönen Salat als zweites Mittagessen zu. 

Später ging ich mein Fahrrad putzen. Anschließend putze ich noch in der Wohnung etwas und bereitete Teig für Kaiserschmarrn zu. Um sieben kam dann die Sri Lankerin, der ich das deutscheste Essen servierte, dass ich seit langem gegessen habe: Brot und Brezen mit Margarine, Frischkäse, Gurke und Ei, dazu Kartoffelsalat, außerdem Oliven. Der zweite Gang war dann Kaiserschmarrn mit meinem Freistil-Apfelmus. Es war schön, ihre Begeisterung zu sehen. Wir unterhielten uns ganz wunderbar. Unter anderem über blaue Oliven in Sri Lanka. Ich muss da mal hinfahren und nachschauen...

Mir fehlt der Käse sehr!

Ich bin eher Team Mandel als Rosine.


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