Experimente - heute im anderen Labor

[Donnerstag]

Vormittags sprühte ich eine neue Kupferwürfel-GDL. Ein kurzes Gespräch mit der Technikerin brachte die Erkenntnis, dass ich die Düse immer deutlich zu nah an die GDL gehalten hatte und somit der Luftdruck zu stark geworden war. Ich bin jetzt zuversichtlich, dass meine Elektrokatalyse in Zukunft erfolgreicher verläuft. Die nächste Messung ist für 25. Dezember geplant, da kann meine Hoffnung doch nicht enttäuscht werden. 

Beim Mittagessen fiel mir siedend heiß ein, dass ich vergessen hatte, die Folien für meinen Vortrag auszudrucken, also fiel mein Plan, gemütlich mit Kaffee sitzen zu bleiben, ins Wasser. Apropos Wasser, heute fallen echte Schneeflocken vom Himmel. Es ist, als würde Weihnachten vorsichtig anklopfen. Mein Freund hat mir auch einen wunderbaren weihnachtlichen Ohrwurm geschickt, insofern ist meine Stimmung schon sehr passend. 


Um eins begann unsere Research Discussion. Ich war als zweite dran, das war ganz okay. Die ersten vier anderen Vorträge fand ich ganz spannend. Auch die zwei japanischen davon fand ich ziemlich verständlich, man merkt schon, dass ich die nötigen Vokabeln inzwischen halbwegs drauf habe. 

Beim fünften Vortrag fing ich an, ziemlich abzuschweifen, und beim sechsten war es nicht besser. Um ziemlich genau fünf Uhr, nach vier Stunden also, hatten wir es geschafft. Ich verstehe nicht, wieso es nicht wenigstens mal zehn Minuten Pause zwischendurch gibt...

Nachdem ich meine Fragen zur Retentionszeit von Kohlenstoffmonoxid im Vergleich zu Methan in unserer GC losgeworden war (wobei wir zu fünft um das Ding drum rum standen - man war in Ratschlaune), ging ich um halb sechs heim. Dort aß ich einen Happen und brach dann rasch wieder auf, um Einkaufen zu gehen. Für die Wohnheimfeier am Samstag brauchte ich nämlich noch ein Wichtelgeschenk, und außerdem wollte ich Rosmarin und die Bananen waren auch alle. Der Orientierungsbetrag für das Wichtelgeschenk sind 1000 Yen, also etwa 6,40€. Ich erwarb ein Glas Pesto und eine Packung Grissini bei Kaldi's und holte bei Aeon noch Spaghetti dazu. Dazu gibt's noch einen der kleinen Lindt-Weihnachtsmänner, die im Paket waren, und fertig. Nur leider habe ich vergessen, dass man das eigentlich irgendwie verpacken müsste. Wenigstens eine neutrale Tüte wäre schön...

Um kurz vor acht war ich wieder daheim, wo ich begeistert meine Kochexperimente startete. Gestern hatte ich nämlich Taro abgestaubt, als die Halb-Sri-Lankesin in den Wohnheims-Chat schrieb, sie habe im Rahmen ihrer Forschung größere Mengen geerntet und aufgeschnitten. Nun habe ich bisher überhaupt keine Ahnung gehabt, was man damit tut und wie das eigentlich schmeckt. Es geht ein bisschen in Richtung Süßkartoffel. Im Internet findet man natürlich reichlich Rezepte, also legte ich einfach mal los. Ich bereitete dreierlei Arten zu, eine vierte Art bekam ich von meiner Mitbewohnerin Suzie geschenkt, die sich auch eine Portion geholt hatte. 

Beim Kochen: links die vorgegarten, rechts unten eine geschälte Taro.

 

Links oben Suzies gekochte Taro mit braunem Zucker, links unten meine vorgegart-frittierten Taro in braunem Zucker gewälzt (die sind so zart innen!), rechts oben vorgegart-frittierte Taro mit Salz und Rosmarin (hält leider nicht so gut dran) und rechts unten mein Favorit, Bratlinge mit Karotte und Knoblauch (liebevoll handgeschnitten, da ich keine Reibe besitze).


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