Allerlei Erledigungen und eine Pilgerreise
[Donnerstag] - da fehlen noch Fotos
In der Früh spaziere ich erstmal über den Campus, um mein Japanischzertifikat abzuholen. Da erfuhr ich auch meine Note, ein "S". Das ist die beste Note. Es wird nur zwischen vier Stufen unterschieden, und das macht die Umrechnung ins TUM-System schwierig. Eigentlich muss die beste Note 1.0 sein, aber das ist doch auch ungerecht? Naja, ich würds sehr gern nehmen...
Zuhause putzte ich die Fenster. Das sind wohl die am schlechtesten geputzten Fenster meines bisherigen Lebens. Vielleicht putze ich sie nochmal, falls mir vor der Abreise langweilig wird. Zum Mittagessen kochte ich nochmal ein Chili sin carne.
Um eins brach ich dann in allerlei Erledigungen auf. Nachdem ich kurz vorher eine Email bekommen hatte, dass meine Confirmation of Stay fertig geworden war, ging ich schon wieder über den Campus in ein Büro, um das Dokument abzuholen.
Dann schwang ich mich aufs Fahrrad und fuhr nach Gakkentoshi. Erstmal hatte ich einen Termin beim Friseur, der wie immer sehr entspannt war. Im Anschluss fuhr ich zum Community Center, wo ich erst die nationale Rentenversicherung kündigte und dann die Nationale Krankenversicherung. Von ersterer war ich eh befreit gewesen, bei letzterer bekam ich sogar den März-Beitrag (3000 Yen) zurück. Was mich irritiert ist, dass ich bei all diesen Prozessen keinerlei Bestätigung über die Kündigung erhalten habe.
Als nächstes radelte ich zum Koban in Susenji, um bei der Polizei mein Fahrrad anzumelden. Leider war dort gerade niemand ("out for patrol"). Ich beschloss, erstmal mein Geschirr zu verkaufen, was ich in einem Laden in der Nähe tat, wo ich es auch erworben hatte. Es waren vier Stücke, und mein zusätzliches Fahrradschloss. Für die Beurteilung wollten die da 30 Minuten brauchen, also fuhr ich wieder zum koban. Mit einem Kaffee ausgestattet wartete ich, aber die einzige Erkenntnis war, dass der Lawson-Kaffee besser ist als der von 7-eleven. Es wurde Zeit, wieder zum Second-hand-Laden zu fahren. Dort verkündete man mir, dass man den großen Teller, die Tasse und das Schloss für je 30 Yen (=20 Cent) kaufen würde. Was für ein Witz, aber es war mir egal. Ich habe zumindest die wertvollere Info erhalten, dass sie mein Fahrrad wohl kaufen würden, wenn ich es denn schaffe es abzumelden. Ich hab nämlich schon irgendwie Angst, es aus irgendwelchen Gründen nicht loszuwerden, und lieber bekomme ich einen lächerlichen Preis dafür als dass es am Ende übrig ist. Trotzdem werde ich es dann in den nächsten Tagen erstmal bei einem anderen Laden versuchen.
Auf meinem Rückweg nach Gakkentoshi kam ich ein drittes Mal am Koban vorbei, aber es war immer noch unbesetzt. Hoffentlich habe ich morgen oder übermorgen Glück, sonst muss ich halt davor campen.
In Gakkentoshi stieg ich in einen Zug Richtung Fukuoka und fuhr bis Nakasukawabata. Da war ich viel zu früh, also hockte ich mich in ein Kaffee, wo ich dann unhöflich war und telefonierte.
Um 18:30 traf ich mich dann mit der Yokohamerin und dem Mainzer beim Ichiran Hauptladen. Das ist eine Ramen-Kette. Der Google-Eintrag zählt als häufigstes Schlagwort in den Rezensionen "Wallfahrt". Wir warteten etwa 30-40 Minuten, die im Gespräch aber rasch vergingen. Der Laden selbst ist ziemlich klein und eher ungewöhnlich für ein Restaurant. Jeder Gast sitzt einzeln. Man kann die komplette Kommunikation schriftlich abhandeln. Die Idee ist, dass man sich sehr auf die Nudeln konzentrieren kann. Sie waren auch sehr lecker und die Erfahrung allgemein witzig.
Hinterher wollten wir natürlich noch in Ruhe irgendwo sitzen, und wir fanden uns dann in der nächstbesten Bar wieder. Dort unterhielten wir uns, irgendwann stieß noch ein vierter Deutscher zu uns (der, mit dem wir auch in Beppu waren). Die letzte Verbindung beschränkte uns zeitlich, aber das war mir auch recht.
In Gakkentoshi waren wir kaum aus der Schranke raus, als ich vor mir wohlbekannte Gesichter fand. Fünf Kollegen standen da. Ich platzte sehr unjapanisch in die Runde, es gab großes Hallo. Als der (letzte) Bus dann kam, löste sich die Versammlung. Ich stieg auf mein Fahrrad, dass ich ja nicht hatte verkaufen können, traf aber die busfahrenden anderen beiden Deutschen am Wohnheimseingang schon wieder.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen