Wer hat die Überdosis Glück?
[Mittwoch]
Zwanzig Minuten, bevor ich das Haus verlassen wollte, fiel mir siedend heiß ein, dass ich meine Hausaufgabe nicht gemacht hatte. Ich hatte nur für den Vokabeltest gelernt. Also pinselte ich gestresst irgendwas hin bzw. schrieb aus dem Wörterbuch Beispielsätze ab. Ganz fertig wurde ich nicht, den Rest erledigte ich während des Unterrichts. Immerhin haben die Tests demnächst ein Ende, es sind nämlich nur noch drei Unterrichtsstunden. In der letzten davon müssen wir ein Referat halten, und meines ist immer noch sehr dürftig vorbereitet.
Zum Mittagessen hatte ich mir etwas von zuhause mitgenommen. Am Nachmittag wog ich die gestern hergestellten Proben, nahm die XRDs auf, bereitete SEMs vor und sprühte vor allem gleich zwei GDLs davon, damit ich bald die Elektrokatalyse durchführen kann. Eine dreiviertel Stunde Kaffeepause legte ich ein, dafür blieb ich auch bis viertel vor sieben im Labor. An meinem Bericht habe ich heute leider nicht gearbeitet, aber das war abzusehen.
Zuhause kochte ich rasch etwas, was eigentlich nur Anbraten von Brokkoli sowie vorbereiteten Tofu-Würfeln war. Dann widmete ich mich mal wieder der Praktikumsplanung für nächstes Semester und meinem japanischen Referat. Immerhin sind meine Folien jetzt fast fertig, als nächstes lerne ich dann die nötigen Vokabeln.
Heute kam in den täglichen Nachrichten von der Uni (die immer so um vier per Email an alle rausgehen) eine Mahnung, man möge rezeptfreie Medikamente nicht mehr konsumieren, als vom Arzt und dem Beilagenzettel angegeben. Es scheint da ein Problem mit Überdosierung unter den Studentys zu bestehen... Spannend fand ich, dass der Teil, der sagt "mach das nicht, weil das schlecht für deine Gesundheit ist", ziemlich lang war, wohingegen das Beratungsangebot zur Suchthilfe nur sehr klein in einem Satz darunter vermerkt war. Für mich war das vermittelte Gefühl ein mahnender Zeigefinger und überhaupt kein Hilfsangebot oder Verständnis für die schwierige Lage mancher Studentys.
Die Neujahrslotterie wurde heute gezogen. Etwa drei Prozent aller Nengajo gewinnen etwas, aber meine zwei Karten haben leider nicht die richtigen Endziffern. Vor acht Jahren habe ich schon mal die Briefmarken gewonnen!
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| Auf diese Ziffern muss die Zahl rechts unten auf einer Neujahrskarte enden, damit man etwas gewinnt. Der Hauptpreis sind 300.000 Yen. |

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