Kultur statt Sightseeing
[Keine Ahnung, vielleicht Donnerstag?]
Um halb zehn trafen wir uns in Shin-Osaka, was eher im Norden liegt, mit einem deutschen Freund, der momentan in Osaka studiert, zum Frühstücken. Beim Komeda-Café erhält man morgens zu jedem Heißgetränk ein kleines Brot mit Aufstrich gratis, und zusätzlich bestellte sich jeder noch eine Süßigkeit. Interessanterweise gab es auch Sojamilch-Butter. Wenn hier Milch ersetzt wird, dann eigentlich immer mit Soja. Das mag ich persönlich nur für Herzhaftes. Für Süßes bevorzuge ich Hafer, aber das ist in Japan ziemlich unbekannt.
Das Frühstück war jedenfalls sehr lecker und lustig. Der Osakaner musste recht früh wieder los, weil er Chorprobe hatte. Meine japanische Freundin und ich führen wieder gemütlich heim, wo wir ratschen und Mittagsruhe hielten.
Gegen drei Uhr brachen wir wieder auf, um in Namba ins Kino zu gehen. Es läuft zurzeit ein animierter Film mit Sumikko Gurashi. Da das meine Lieblingscharaktere sind, muss man das natürlich anschauen. Nachdem die Hauptzielgruppe Kinder sind, habe ich tatsächlich nahezu jedes Wort verstanden! Sehr angenehm. Als Kind wäre ich von der Erzählung einer lebendigen, Amok laufenden Spielzeugfabrik wahrscheinlich etwas traumatisiert worden, aber glücklicherweise haben mich meine Jahre inzwischen etwas stabiler werden lassen. Die Charaktere waren wirklich sehr süß!
Der Film war mit etwa 75 Minuten plus 15 Minuten Werbung nicht lang gewesen. Wir führen direkt weiter nach Nord-Osaka, wo wir um kurz nach sechs an einer Konzerthalle ankamen. Dort hörten wir das Konzert des gemischten Chors der Osaka Universität an, dem unsere Frühstücksbegleitung angehört. Sie sangen Stücke von japanischen Komponisten, bis auf eine Ausnahme alle japanischsprachig. Die Texte waren im Programmheft abgedruckt, aber größtenteils unverständlich für mich, viel zu poetisch. Der Klang war typisch japanische Chorliteratur. Sehr schön, so etwas mal wieder zu hören, aber auch etwas lang für mich mit zweieinhalb Stunden. Danach war ich sehr müde und froh, den Heimweg anzutreten.




Kommentare
Kommentar veröffentlichen