Die freundliche Milde des Kartoffelsalats

[Sonntag]

Zehn Uhr aufstehen hat wirklich was sonntägliches. Nach meinem Frühstück kochte ich Pellkartoffeln. Das Pellen derer erwies sich als langwierig, was teilweise an den Kartoffeln, teilweise an meinem ungeeigneten Werkzeug lag. Ich habe nur zwei kleine Wellenschliff-Messer. Ansonsten verwende ich die großen Küchenmesser meiner Mitbewohnerinnen, aber die sind halt zu groß zum Pellen. Zusammen mit einer Zwiebel, einem halben Apfel (der wie erwartet mäßig gut schmeckt), "Sweet Pickle" Gürkchen und Mayonaise wurde dann ein Kartoffelsalat draus. 

Es regnete vormittags immer wieder. Ich tauschte die Ventilationsfilter und die von der Abzugshaube, was ziemlich einfach war. Angenehmerweise hatte eine der Japanerinnen die besorgt und damit sind wir schon recht gut gerüstet für den morgigen Cleaning Check. 

Nachmittags blieb ich beim Übersetzen von japanischen Liedtexten hängen. Es kann ganz schön mühselig sein, alle Wörter zu finden. Das Wetter wurde sonniger, und ich lief spontan zum Strand. Ich sah viele coole Vögel, die ich mangels Kamera aber nicht geschossen habe. 



 

Zum Abendessen hatten wir vier gemeinsame Bewohner uns verabredet. Susi hat einen chinesischen Hot Pot gekocht, der Rindermagen (genau genommen Netzmagen) und Fisch beinhaltete. Ich vermute, dass es sich bei der Würzung hauptsächlich um Szechuanpfeffer handelt, und wir drei Nicht-Chinesen wurden hart an unsere Grenze gebracht. Die beiden Japanerinnen hatten Spaghetti gekocht und Fertig-Sauce dazu. Ich trug meinen Kartoffelsalat sowie Oliven bei. Julia hatte ich bereits schon einmal eine Olive gegeben, die anderen beiden hatten das noch nie probiert. Susi verzog ziemlich angewidert das Gesicht, aber Michaela mochte sie. Alle sind sich einig, dass es in Japan keinen vergleichbaren Geschmack gibt. Der Kartoffelsalat kam allgemein gut an und war auch ein gutes Gegenmittel gegen den Szechuanpfeffer. Mit der Konsistenz des Rindermagens kann ich persönlich sehr wenig anfangen und ich hielt mich dezent zurück. Ein richtiges Gespräch zu viert kam nie auf, was auch an Sprachbarrieren liegt. Susi hat außerdem sehr viel Unistress und verschwand schnell wieder. 



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