Beflügelt
[Freitag]
Den Morgen verbrachte ich sehr entspannt, wiederholte die Grammatik des letzten Kapitels und ging dann zu um halb elf zum Unterricht, um dort einen Test dazu zu schreiben. Heute geht offiziell der Unterricht wieder los, allerdings gibt es wohl viele Lehrer, die darauf verzichten, heute zu unterrichten. Denn wie ich erfahren habe, ist am Montag Feiertag, das heißt alle Studentys müssen für einen einzelnen Freitag anreisen, nur um dann langes Wochenende zu haben. Finde ich sehr seltsam, warum die Uni offiziell auf den Freitag besteht (nicht vergessen, hier herrscht immer überall Anwesenheitspflicht!). Einzig Leute mit Eltern aus der Präfektur Ishikawa sind für die nächste Zeit gegebenenfalls entschuldigt.
Nach dem Unterricht ging ich erstmal zum 7-eleven, um die Führerscheinübersetzung meines Freundes auszudrucken. Mit deutschen oder internationalen deutschen Führerscheinen darf man hier nämlich nicht fahren, es muss eine japanische Übersetzung dabei sein. Die kann man online für 25€ beantragen, offiziell mit zwei Wochen Bearbeitungszeit. De facto hat es einen Tag gedauert. Und man kann das nach Ausstellung nur innerhalb einer Woche im konbini ausdrucken. Also überhaupt nicht planbar für Touristen, die aus dem Ausland kommen! Vielleicht kann man die entsprechende Website deshalb nur von Japan aus aufrufen. Naja, in unserem Fall ist das ja recht entspannt, ich bin ja da.
Mein Essen hatte ich mitgebracht und verspeiste es im Büro. Dann war Laborputz und danach begann ich meine Synthese, für die ich 4.5 Stunden eingeplant hatte, aber tatsächlich war ich in unter vier Stunden fertig. Langsam habe ich halt Routine in den Arbeitsschritten. Wenn man die Synthese quasi auswendig kann, weiß man auch am besten, wie man sie effizient durchführt. Und es war immer noch niemand im Labor, der mir in die Quere hätte kommen können. Verständlicherweise haben sich einige Kollegen Urlaub genommen, um längere Ferien zu haben, und der Rest sitzt größtenteils am Computer.
Gegen sechs ging ich heim. Ich gab meine Wohnheimskündigung bei der Dorm Managerin ab, was irgendwie traurig ist. Ich mag das Wohnheim.
Zum Abendessen kochte ich Nudeln frei italienischer Art. Ich hatte "Makkaroni" gekauft, die in Wahrheit kleine Fussili waren. Es ist spannend, dass schon der Geruch irgendwie anders ist als von japanischen Nudeln. Für die Sauce verwendete ich dann Knoblauch, Tofu, Hafermilch, ein Stück von dem geschmacklosen Käse, Rosmarin, Kräuter der Provence, Salz und eine Menge Oliven. Das Ergebnis war sehr lecker!
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