Wasser und Feuer
[Dienstag]
So schlecht wie vergangene Nacht habe ich schon lange nicht mehr geschlafen. Trotzdem war ich um kurz nach neun im Labor, wo ich die erste Katalysemessung vorbereitete. Um zehn war dann aber erstmal TEM-Messen angesagt. Die Bilder waren sehr zufriedenstellend, lassen aber Fragen offen. Namentlich, ob das Zeug auf der Oberfläche meiner Kupferwürfel wirklich Ceroxid ist, oder vielleicht doch eher Kupferoxid. Oder beides. Dafür brauche ich ein STEM-EDS, was ich hoffentlich im Januar bekomme. Das ist eine ganze Runde teurer und die Messzeit knapper verfügbar.
Um zwölf begann ich mit der ersten Elektrokatalyse. Erst tropfte mein Zellaufbau ewig, weil ich mich nicht traute, ihn vernünftig zu zu schrauben. Als er das Tropfen aufhörte, fand ich den Elektrolyten dann mal wieder in der Gasleitung. Diesmal habe ich die Fassung besser bewahrt, auch wenn ich für einen Moment durchaus den Tränen nahe war. Inzwischen ist der Gedanke gereift, dass meine Gasdiffusionsschichten nicht beim Zellaufbau kaputt gehen, sondern schon beim Sprayen. Wo da genau das Problem liegt, ist noch unklar.
Die bereits geflutete Zelle nahm ich auseinander, trocknete den Gasteil und setzte eine hydrophobe Membran ein, die nur Gas durchlässt. Damit kann man dann zwar messen, aber das Ergebnis wird trotzdem bescheiden sein, weil Teile von der GDL nass sind, die nicht nass sein dürften. Der Elektrolyt am Kohlenstoff wird dann bevorzugt zu Wasserstoff umgesetzt, was jetzt nicht ganz meiner Zielsetzung entspricht. Es ist schon zäh, etwas zu messen, wo man weiß, dass die Daten Schrott sind. Irgendwann kam mir aber der Gedanke, dass ich im Zweifel die kaputten Ergebnisse genauso im Bericht diskutieren kann und wahrscheinlich sogar mehr daraus lerne.
Die zweite Elektrokatalyse war mein ceria-beschichtetes Kupfer. Dort hatte ich mich gestern beim Sprayen ja schon gewundert, warum auf der Rückseite schwarze Partikel angekommen waren, und tatsächlich kann man gegen Licht gehalten ein winziges Loch erkennen. Da dieses nicht sehr mittig lag, konnte ich meine Probe in der Zelle gerade so anordnen, dass diese Stelle nicht aktiv würde. Außerdem baute ich gleich die PTFE-Membran mit ein. Insgesamt ist auch hier keine große Hoffnung, dass die Daten brauchbar sind, aber vielleicht besser als nichts.
Zum Abschluss hatte noch die HPLC, die ich mit meinen fünfzehn Proben bestücken wollte, ein Problem, sodass ich erst um viertel vor acht das Labor verließ. Für fast elf Stunden Labor war ich echt noch fit.
Zuhause stellte ich fest, dass einige Zutaten auf ihre Verarbeitung warteten, also kochte ich, anstatt etwas möglichst fertiges zu mir zu nehmen. Ich warf Zwiebel, Bohnen und grüne Paprikaschoten in die Pfanne, Nudeln drauf, Sauce drüber. Keine hohe Kunst. Tja, und dann nahm ich den ersten Bissen. Und spie instantan Feuer, denn die grünen Bohnen waren keineswegs Bohnen, sondern Chilis. Das war grausam.
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| Ein Teil der Übeltäter. Auf die Tüte hätte ein Gefahrstoffsymbol gehört und nicht eine unleserliche Handschrift! |

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