Von Wollen und Nicht-Wollen

[Mittwoch]

Die geschwänzte Stunde Zeit vor dem Japanisch-Unterricht nutzte ich zum Lernen. Normalerweise würde ich sagen, dass zehn Minuten wiederholen als Vorbereitung für einen Grammatiktest genügen, aber dieses Mal hat sich etwas in den Stoff geschmuggelt, dass nichts mit Grammatik zu tun hat und das Erlernen von sehr vielen Vokabeln erfordert. Wir hatten uns nämlich mit onomatopoetischen Ausdrücken beschäftigt, davon kennt die japanische Sprache unfassbar viele. Sie sind nicht nur zahlreich, sondern auch schwer zu erlernen, da man sie nicht direkt übersetzen kann und die Nuancen schwer herauszufinden sind. Ich glaube letztendlich hab ich die meisten im Test dann gekannt, nur bei einer Stelle hatte ich drei mir unbekannte Ausdrücke zur Auswahl. Im Unterricht selber beschäftigten wir uns dann mit Arten von Verben, was mich erstmal ziemlich überforderte. Außer mir hatten alle Gruppen von Verben im Kopf. Ich hab sowas bestimmt auch mal gesehen, aber die Anfänge meines Japanisch-Lernens sind bald zehn Jahre her und irgendwie hab ich danach nie mehr über Arten von Verben nachgedacht. Was weiß ich, was Gruppe 1 und Gruppe 2-Verben sein sollen?? Worauf die Lehrerin letztendlich hinauswollte, war die Unterscheidung von Willens- und Zustandverben, weil die beiden Arten manchmal mit unterschiedlichen grammatikalischen Ausdrücken stehen. Das war dann schon interessant. 

Zum Mittagessen hatte ich Lust, mal etwas Neues zu probieren, auch wenn es nicht meinem fleischarmen Prinzip entspricht. Ich wählte ein scharfes Curry in der Main Dining hall. Die Sauce war sehr lecker, aber das Hühnchen habe ich teilweise nicht runtergebracht. Ich kenne mich nicht gut mit Fleisch aus, insofern kann ich nicht treffend beschreiben, was mein Problem war, aber Teile waren irgendwie wabbelig-gummiartig. Naja. Ich bin wohl nicht die geeignete Person, um die Qualität zu beurteilen, vielleicht spielen da auch kulturelle Eigenheiten rein. Ich kaufe es jedenfalls nicht nochmal. Übrigens war es heute so sonnig warm, dass ich draußen saß zum essen und sogar die Jacke auszog. 

Ja gut, außer mir hat niemand das Bedürfnis geteilt die Sonne zu genießen.

Im Labor sprühte ich Kupferoxidwürfel auf eine Gasdiffusionsschicht und kämpfte dabei mal wieder mit der Sprühdüse. Offensichtlich hat jemand die von mir gestern liebevoll geputzte Düse heute vormittag verwendet und nicht ausreichend geputzt. Letztendlich kombinierten wir die funktionierenden Teile von den zwei verstopften Düsen, sodass ich arbeiten konnte. Anschließend arbeitete ich noch etwas an meinem Bericht, war aber sehr müde. Allgemein war ich heute sehr müde, wie schon die letzten Tage auch, und finde das eher besorgniserregend, denn ich habe jede Nacht über acht Stunden geschlafen. Vielleicht sollte ich etwas kürzer treten, aber das ist auch irgendwie schwer. Zumindest war ich um sechs daheim und schlief eine halbe Stunde. 

Um acht trafen wir uns zu fünft beim Mainzer Chemiker (in Männerwohnungen darf ich ja rein), um unseren Trip am Samstag zu planen. Wir haben eine Weile über das Sightseeing diskutiert und letztendlich ein Auto gebucht. Einerseits freue mich sehr auf den Ausflug, andererseits wird das Wochenende mega stressig, da am Sonntag auch noch unsere Adventsfeier stattfinden wird. Zumindest schaffe ich es jetzt noch hoffentlich bis halb zwölf ins Bett.

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