忘年会 "Treffen, das Jahr zu vergessen"

[Freitag]

Wenn ich das richtig sehe, ist das heute mein 100. Tag in Japan. Hui.

Heute war im Labor Großputz angesagt. Letztendlich handelte es sich aber eher um Aufräumarbeiten und für das ungeschulte Auge sieht alles genauso unordentlich und dreckig aus wie sonst auch. Ich half nur in der ersten Stunde mit, wobei rasch die Aufgaben ausgingen, die ich hätte erledigen können, also verzog ich mich eher frühzeitig und sehr erleichtert zum Japanischunterricht. 

Dort schrieben wir erstmal Vokabeltest und hielten dann den üblichen Unterricht ab. Am Ende klärten wir unsere Japanischlehrerin über japanische Weihnachtspopsongs auf, das war witzig. 

Mittagessen hatte ich mir wieder mitgenommen (4 von 5 diese Woche!) und aß das im Pausenraum. Die Aufräumenarbeiten waren nicht fertig, aber ich konnte nicht helfen, also arbeitete ich an meinem Bericht. Ich wollte eigentlich erst am Theorieteil arbeiten und dort den Abschnitt über den Aufbau meiner elektrokatalytischen Zelle beginnen, aber dann viel mir ein, dass ich mich mit Linear Scan Voltammetry und Cyclic Voltammetry (beides elektrochemische Analysemethoden) beschäftigen wollte, also durchsuchte ich dann mein Literaturprojekt nach Papern, die das anwendeten, um eine Orientierung für den Einsatz und die mögliche Interpretation in meinem Fall zu bekommen. Das war durchaus ganz interessant. 

Um fünf ging ich einmal kurz heim, um meine Sachen abzustellen und eine halbe Stunde zu ruhen. Dann fuhr ich mit dem Bus ein paar Stationen zu einem chinesischen Restaurant, wo mein Labor Jahresendfeier beging. Für 25€ pro Personen durften wir all you can eat und all you can drink genießen. Und ich habe es geschafft, nicht betrunken rauszugehen! Und das, obwohl ich neben der Professorin saß, die ich das letzte Mal dafür verantwortlich gemacht habe! Sie selbst hat dieses Mal gar nichts getrunken. Meine Abfolge sah so aus: warmer Oolong-Tee (war kalt draußen), (eher alkoholarmes weil japanisches) Bier, kalter Oolong-Tee, Pflaumenlikör verdünnt mit Soda und zu guter Letzt ein Mixgetränk mit Cassis-Orange (klingt wild, ist aber trinkbar, und auch nicht so stark alkoholisch). Das Essen war gut, sehr fleischlastig natürlich, und recht viel Shrimps. Angeblich war in der einen Suppe Haifischflosse drin, aber das bezweifle ich. 

Die ersten vier Gerichte.

Die Stimmung war gut, ich unterhielt mich vor allem mit der Professorin und teilweise in der Tischgruppe zu viert mit dem chinesischen PhD und dem indischen Post-Doc, das war sehr interessant. Es war schade, als wir nach drei Stunden aufstanden und uns auf den Heimweg machten. Lustigerweise spielte die Professorin dann Fahrservice. Ich wäre auch vierzig Minuten zum Campus zurückgelaufen, oder man hätte (recht lang) auf einen Bus warten können, aber sie bestand darauf, Leute zu fahren. Insofern war ich schon um kurz nach zehn zurück im Wohnheim, was mich selbst sehr überraschte.

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