"Mehhhhr Daten ☆☆ This is what we are all striving for"

[Mittwoch]

Heute ging ich recht zügig ins Labor, um meine gestern synthetisierte, inzwischen trockene Probe in ein Probenglas umzufüllen, dann die XRD- und SEM-Proben vorzubereiten und pünktlich um 10:30 beim Japanischunterricht zu sein. Das hätte auch geklappt, ehrlich, wenn nicht meine Probe ums Verrecken nicht aus dem Zentrifugenröhrchen rausgehen wollte gehabt würde sollte - whatever. Das Zeug war leider sehr hartnäckig elektrostatisch aufgeladen, was in einem Plastikzylinder nicht praktisch ist. Die XRD-Probe habe ich noch vollenden können (da verdampft das Lösungsmittel schneller vom Probenhalter) und auch die Messung gestartet, die SEM-Probe musste leider halbfertig liegen bleiben und ich dann sehr eilig zum anderen Gebäude eilen. 

Der Japanischkurs hat mir heute gut gefallen. Die Lehrerin baut ihre Grammatiklektionen sehr geschickt in Gesprächsübungen ein, natürlich bevorzugt übers Wetter, heute über Kälte und plötzlichen Wintereinbruch. 

Anschließend ging ich mal in die Hauptmensa, wo ich noch nie war, und traf prompt in der Schlange vor mir einen deutschen Wohnheimskollegen (der war ganz am Anfang mal mit mir wandern). Bei der Kasse gabelten wir dann noch meine Mitbewohnerin Michaela auf (ich führe jetzt doch wieder den Namen ein). Die beiden sind untereinaner wohl bekannt, was man gar nicht meinen sollte, nachdem sie so sehr darauf beharrt dass Frauen nur mit Frauen befreundet sein dürfen. Wir aßen zu dritt, was ganz nett war, auch wenn der Gesprächsfluss eher stockend war. Den Mainzer Chemiker habe ich dann auch irgendwo sitzen gesehen. Scheinbar sind hier echt viele Menschen unterwegs, die ich kennen könnte. Bei unserer Standard-Cafeteria, der Westmensa, gibt es nur eine einzige Person, die ich manchmal treffe.

Zurück im Labor machte ich dann erstmal die SEM-Probe fertig, um sie zum vollständigen Trocknen in den Exsikkator zu geben. Dann maß ich ein SEM-sample von irgendwann vorher und sammelte die fertigen XRD-Daten ein. Damit setzte ich mich dann an den Computer, wo ich die neuen Erkenntnisse einpflegte und an meiner Forschungspräsentation arbeitete, die ich nächsten Freitag halten darf. Ich muss echt aufpassen mich a) nicht zu sehr zu verkünsteln und b) für meinen Geschmack zu viel Text auf die Folien zu schreiben, weil hier im Englischen geschriebene Worte viel besser ankommen als gesprochene. 

In Ermangelung anderer Bilder hier ein Katzenfoto - ah ne, das ist meine Kupferoxid-SEM-Probe, wie ich sie in die Messkammer schiebe.
 

Um kurz nach fünf beschloss ich dann, dass das SEM-sample von heute mittag ausnahmsweise mal genug getrocknet hat, um es jetzt gleich zu vermessen. Ich war einfach neugierig, wie viel Cer (gerne viel) und wie viel Chlor (bitte nicht) da drin sein würden. Außerdem habe ich die vage Ahnung, dass ich morgen eher nicht so lange im Labor sein möchte und lieber zuhause Daten auswerte. Mein Gesundheitszustand ist nämlich heute nicht gerade bergauf gegangen. Als erstes habe ich bemerkt, dass ich ungewöhnlich oft auf die Toilette musste, was rückblickend auf unbewusst erhöhten Flüssigkeitskonsum zurückzuführen ist. Dann kam das saure Kratzen in der Lunge, irgendwann dann das Reizhüsteln. Die Kopfschmerzen stellten sich dann erst zuhause ein, begleitet von minimal erhöhter Temperatur. Später kamen dann noch die bei mir fürs Kranksein typischen Rückenschmerzen. Gut, dass ich schon seit gestern durchgehend Maske trage, dann habe ich hoffentlich bisher niemanden angesteckt.

Ich kochte, duschte zeitig, lernte ein wenig Vokabeln und starrte ansonsten recht ausgiebig Löcher in die Luft. Früh ins Bett gehen ist angesagt.

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