"In der Kürze liegt die Würze!" lässt sich offenbar nicht übersetzen

[Mittwoch]

Den Morgen beging ich ganz entspannt, inklusive Kaffeetrinken und "mal kurz nach Gasthäusern in Kurokawa schauen". Beinahe hätte ich zu spät das Haus verlassen. Vorm Japanisch-Klassenzimmer traf ich dann die Freitagslehrerin, mir der ich in den letzten Tagen einige Emails ausgetauscht hatte. Es ist jetzt tatsächlich so, dass ich eine unentschuldigte Fehlstunde habe. Hätte der Test Grippe oder Corona ergeben, wäre ich entschuldigt worden, aber mit einer Erkältung hat man gefälligst in den Unterricht zu gehen. Ich gebe mir wirklich Mühe, mich nicht darüber aufzuregen. 

Der Vokabeltest heute hat mir nicht gefallen, weil er sich nicht 100% an die Liste gehalten hat, die wir bekommen hatten. Ich bin mir sicher, dass ich maximal 80% richtig habe. Hmpf. Wenn das so weiter geht, verliere ich bald die Hoffnung auf eine gute Note und dann schwindet auch meine Motivation. Nun, immerhin war der Unterricht selbst lustig. Ich mag die Lehrerin. 

Nach dem Mittagessen (schon wieder draußen, es war so schön) ging ich ins Labor, um an meiner Präsentation zu arbeiten. Ich war erstmal sehr unkonzentriert, was darin gipfelte, dass ich das Gasthaus buchte, dass ich heute morgen recherchiert hatte. Es ist die teuerste Unterkunft meines bisherigen Lebens als eigenständig buchende Person, aber es wird auch der umwerfendste Aufenthalt werden. Ein ausschlaggebendes Kriterium war, dass dieses Ryokan über ein konyoku verfügt, über ein Bad, in dem beide Geschlechter zusammen baden dürfen (außer 20-22 Uhr, da gehört es den Frauen allein). Das ist ziemlich selten. Ich freue mich riesig darauf! Nun, es ist noch drei Monate hin. Bis dahin ist noch einiges zu tun, also zurück an die Arbeit. Um fünf stellte ich fest, dass der Co-Prof offenbar direkt heimgegangen war, nachdem er seine Vorlesung beendet hatte, was doof war, weil ich mit ihm über meine Folien reden wollte. Stattdessen suchte ich mir einen Assistant Prof, mit dem ich sonst weniger zu tun habe, aber der für den Vortragsplan verantwortlich ist und der mir angeboten hatte, über meine Folien drüber zu schauen. Er nahm sich viel Zeit dafür und gab mir sehr viel Feedback, mit dem Resultat, dass ich bis nach acht Uhr brauchte, um alles einigermaßen einzupflegen.

Zuhause nutzte ich endlich mal das Angebot meiner Mitbewohnerin Susi, mich an ihren chinesischen Saucen zu bedienen, sodass meine Nudeln mit gebratenem Tofu und chinesischem Sesam-Chili-Würzöl verspeist wurden. Sehr lecker!

Dann arbeitete ich noch eine Stunde an meiner Präsentation. Vor allem hielt ich sie einmal und stellte dabei fest, dass sie über dreißig Minuten dauert! Ich war ja schon vorhin dafür gewesen, etwas zu kürzen, aber der Assistant Prof meinte, es fehle eher noch an Details. Wen interessiert denn bitte schön jedes einzelne SEM-EDS??? Da treffen Kulturen aufeinander...

Jetzt bin ich seeeeeeeehr müde.

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