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[Montag]
Morgens duschen ist in einer Vierer-WG schon eher kritisch anzusehen (auch wenn Susi immer ausschläft, dann sinds immer noch drei), aber im Moment ist das einfach notwendig. Ich glaube, ich habe einen guten Moment erwischt.
Die Anstrengung, bergauf zum Labor zu gehen (ja gut, und nebenbei ins Telefon zu quatschen) war schon merkbar. Es ist erstaunlich, wie viel der Körper in vier Tagen abbauen kann. Gerade noch pünktlich kam ich im Seminarraum an, wo heute Research Discussion stattfand. Sechs Vorträge gab es heute, wobei zwei davon sehr kurz waren, weil die beiden chinesichen Post-Docs gerade erst angefangen und ihr Thema definiert haben. Der zweite Vortrag jedoch zog sich über eine Stunde, weil die Professorin sehr streng und detailliert mit dem Masterstudenten ins Gericht ging. Ich fiel zwischendurch in Sekundenschlaf.
Nach fast vier Stunden waren wir fertig und ich zog los, um mir beim konbini etwas zu essen zu holen. Das verspeiste ich dann draußen auf einer Bank, denn drinnen mit Menschen ohne Maske zu speisen ist mir nicht ganz geheuer. Dazu huste ich viel zu oft. Das Wetter war heute ausgesprochen schön (17 °C, Sonne), insofern war es ein Genuß dort zu sitzen.
Zurück im Labor bat ich dann den üblichen Post-Doc zu meiner Rechten, mir bei der Auswertung der HPLC-Daten von letzter Woche zu helfen. Das ging ziemlich fix. Die Gesamtauswertung von HPLC- und GC-Daten zur Analyse der Elektrokatalyse habe ich dann nicht mehr abgeschlossen, da muss ich erst die Excel-Tabelle etwas nach meinem Gusto umstricken. Und Vergleichsdaten habe ich auch noch keine, so sagen mir die Produktverteilung bzw. die faradaischen Effizienzen nichts.
Etwa um drei verabschiedete ich mich dann, schließlich hatte jeder genug Husten mitbekommen, das reicht als Rechtfertigung. Zuhause schlief ich kurz, genoß meinen Kaffee und setzte mich dann an die Präsentation für Freitag. Die hätte eigentlich schon deutlich weiter sein sollen, aber irgendwie bin ich die letzten Tage nicht dazu gekommen. Und ein bisschen nervös bin ich schon, wie sehr ich auseinander genommen werde. Präsentieren macht mir gewöhnlich wenig aus, aber hier darf man halt nie ungestört Vortragen, sondern wird ständig unterbrochen und kritisiert, und ich hab bei sowas eine eher dünne Haut.
Nach dem Abendessen beschäftigte ich mich kurz, aber erfolgreich mit Bankdingen. Ich habe herausgefunden, wie ich von meinem japanischen Konto bei der Fukuoka Bank Geld in Yen auf wise einzahlen kann. Das wird mir mal sehr viel Geld sparen, wenn ich keine Überseeüberweisung durchführen muss! Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie ich das Überweisungslimit ändere. Naja, nicht mehr heute. Eigentlich wollte ich noch meine Japanisch-Hausaufgaben fertig machen, aber letztendlich war ich dann zu müde dafür.
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