Ein vergnügliches Willkommen
[Montag]
Huch, schon wieder geht die Woche los. Das Wochenende war irgendwie schneller vorbei als erwartet, und es hat mir nicht so gut gefallen nur zuhause zu bleiben. Ich habe gemerkt, dass ich zu wenig aktiv war, indem ich ziemlich schlecht geschlafen habe.
Den Vormittag verbrachte ich lesend im Büro, wobei ich auch meine Übersichtspowerpoint soweit fertig stellte. Sie hat jetzt ganze 19 Seiten und ist gar nicht so übersichtlich wie ich sie gern hätte, dafür habe ich alles ordentlich sortiert und zum Erklären parat. Wobei "alles" relativ ist, aber ich habe einen Punkt erreicht, wo ich jetzt nicht alleine weiter arbeiten möchte, sondern erstmal mit dem Co-Prof drüber sprechen mag. Mal schauen wann ich den erwische.
Um 13 Uhr hatten wir Journal Club Seminar, wo einer der Studenten ein Paper vorstellen musste. Es ging um einen Zeolith-Katalysator für die Reaktion von Methan zu Benzen, das war an sich sehr spannend, weil ich von der Reaktion noch nichts gehört hatte. Allerdings war der Vortrag auf Japanisch und er wurde alle zwei Minuten unterbrochen, sodass sich die Veranstaltung auf zweieinhalb Stunden erstreckte. Die Folien waren Englisch, insofern habe ich die Kernaussagen gut mitgenommen, aber das reicht nicht um mich so lange zu beschäftigen. Ich hatte viel Spaß daran, aus dem Gehörten wahllos unbekannte Worte herauszupicken und somit neue Vokabeln im Bereich Chemie zu entdecken, die ich in mein Vokabelkarten-Programm (anki) einpflegte. Irgendwann wurde mir aber auch das über.
Danach hatten der chinesische PhD und ich noch ein kurzes Gespräch mit dem Co-Prof, um zu verstehen wie hier die Daten aus dem Pulver-XRD ausgewertet werden (für die Kenner: mit Topas). Das war ganz cool, weil ich ein paar Dinge, die ich aus der Theorie kenne, in der Praxis sehen konnte. Der andere hatte von alledem noch nie gehört. Ich bin sehr dankbar für meine Ausbildung!
Um kurz nach fünf machte sich der Großteil des Labors auf den Weg zum Bus und in die Stadt Fukuoka. Es stand unsere Willkommensparty an! Wir waren zu elft und hatten einen abgetrennten Raum für uns, wo wir uns auf drei Tische aufteilten. Ich landete an einem Tisch mit der Professorin, dem Co-Prof und einem anderen Studenten. Ich habe mich ausgezeichnet mit ihnen unterhalten. Das Restaurant war ein Shabu-shabu-Restaurant, das ist vermutlich am ehesten mit Fondue vergleichbar. An jedem Tisch steht ein Topf mit Brühe, in dem Gemüse, Hühnchen-Fleischbällchen, hauchdünne Scheiben Schweinefleisch und zum Abschluss Nudeln gegart werden. Das Essen war wirklich exzellent. Der Preis pro Person war 5000 Yen, also knapp 35€, wobei darin alle Essensgänge und zwei Stunden All-you-can-drink enthalten waren. Ich wollte eigentlich bei meinem alkoholarmen Bier und einem Soda-irgendwas-Alkohol-Getränk (für Japan-Kenner: mit Calpis!!) und ansonsten Tee bleiben, aber die Professorin bestellte fröhlich weitere Getränke, sodass ich letztendlich etwas mehr trank als mir lieb war (immerhin war ich weniger angetrunken als neulich). Die meisten hier waren trinkfester als ich, da versagen alle Klischees. Wobei der eine Post-Doc schon nach einem halben Bier wirklich hübsch rot wurde, der arme.
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| Das Hühnchenfleisch. |
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| Pro Person hatte man zwei dieser Schalen Schweinefleisch, das sieht erstmal nach sehr viel aus, ist aber hauchdünn. |
Letztendlich fuhren wir mit der letzten möglichen Verbindung wieder nach Hause, sodass ich kurz nach Mitternacht wieder im Wohnheim war. Ich fand den Abend wirklich sehr toll, die Atmosphäre war sehr angenehm.
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| Da wartete jemand auf mich am Wohnheim-Eingang! |



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