Die ersten Messungen
[Dienstag]
Jetzt aber mal wieder an die Arbeit. Pünktlich um neun war ich im Büro. Heute stand Charakterisierung der neulich hergestellten Kupfer-Nanowürfel auf dem Programm. Genau genommen bereiteten wir eine XRD- und drei SEM-Proben vor. Das Pulver-XRD wird verwendet, um mittels Beugung von Röntgenstrahlung Informationen über die Kristallstruktur zu gewinnen. Leider hat das Gerät hier die unangenehme Eigenschaft, nach längerer Benutzung wegen Überhitzung hängenzubleiben, weshalb meine Messung mittendrin abgebrochen ist und morgen wiederholt werden muss. Soweit ich verstanden habe liegt das Problem darin, dass Computer- und Heizelemente zu nah aneinander verbaut wurden. Das ist definitiv ein Nachteil, wenn man ein kombiniertes Gerät kauft. Da lobe ich mir doch unser gutes altes Fässler-XRD - ach ne, warte, da fällt regelmäßig während der Messung die Probe aus dem Gerät.
Ebenfalls in unserem Labor gibt es ein SEM-Messgerät (Scanning Electron Microscope). Tatsächlich mögen die Leute es hier aber nicht sehr und verwenden lediglich das eingebaute EDS, um die elementare Zusammensetzung lokal aufgelöst zu bestimmen. Das ist in unserem Fall eher langweilig, weil wir nur Kupfer haben, aber man sieht schön, dass auch Kohlenstoff, Sauerstoff und Aluminium vorhanden sind. Und natürlich das Silicium des Probenhalters (welches ein Silicium-Wafer ist). Ich fands natürlich trotzdem hübsch, meine Probe in 600-facher Vergrößerung anzusehen, auch wenn sie etwas langweilig war. Damit die Statistik zur Elementbestimmung ordentlich ist, haben wir nämlich ordentlich dicke Proben gemacht, bei denen die Würfel so sehr zusammen klumpen, dass man gar keine Struktur erkennt. Und eigentlich sind die auch noch kleiner, da reicht hier die Auflösung nicht. Deswegen gehen wir morgen mit den weiteren SEM-Proben (eine dünnere und eine viel dünnere) in ein benachbartes Institut, das ein besser auflösendes Gerät hat.
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| Hm. So schaut mein Produkt eher langweilig aus. |
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| Die XRD-Probe und Vorbereitung für eine SEM-Probe. |
Zwischendurch gab es natürlich reichlich Wartezeiten, in denen ich Paper zum Thema Kupfer/Ceria-Nanokatalysatoren las. Es ist ziemlich spannend, sich auf diese Art in ein Thema einzuarbeiten und sich eine mögliche Forschungshypothese zu überlegen. Gegen Abend hin war ich allerdings auch gesättigt mit dem Lesen und dankbar über Probenvorbereitung.
Zum Mittagessen war ich übrigens wieder in der Ingenieurs-Cafeteria gewesen. Es gibt wohl zwei echt vegetarische Gerichte, von denen ich heute ein Curry probierte. Es war mit 530 Yen nicht ganz günstig und enthält leider auch nichts Proteinreiches, aber es schmeckte ausgezeichnet.
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| Mittagessen :) |
Um sechs Uhr ging ich dann nach Hause, wo ich kochte. Der Rosmarin im Angebotsregal der bald ablaufenden Dinge im Supermarkt hatte mich zu Rosmarinkartoffeln inspiriert, die ich als Beilage zu Natto und Salat verspeiste. Außerdem gab's noch einen schönen Spaziergang. Die ruhige, frische Luft draußen tut einfach gut.



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