Gurke am Stiel

Weckerläuten um 6:55. Der Schlaf war tief und fest gewesen, und ich konnte erfrischt aufstehen. Das Hotel ist tatsächlich mit Frühstück, wobei es ein fertig präpariertes Tablett meint, von dem viele nicht satt würden und Vegetarier sowieso unglücklich. Ich mag Misosuppe zum Frühstück sehr gerne, und die Kartoffeln mit Speck waren auch lecker, aber das Hühnchen-Ding habe ich nicht geschafft zu essen, es war zu fettig-fleischig für meinen vegetarisch gewöhnten Gaumen.

 


Mit einem alten Zug, der wohl irgendwo zwischen Tram und kleiner Vorortbahn anzusiedeln ist, fuhr ich dann nach Arashiyama. Mir war nicht bewusst, dass ich quasi direkt neben der Endhaltestelle dieses Zuges mein Hotel gebucht habe. Das ist sehr praktisch, so kann ich von Anfangs- zu Endbahnhof fahren. Um halb neun war ich vor Ort, die Hitze noch halbwegs erträglich. Es war auch noch nicht so voll, als ich meinen Spaziergang anfing. Ich hatte mir im Internet eine Route herausgesucht. Das berühmteste hier sind die Bambuswälder, ansonsten gibt es sehr viele Tempel und Schreine.




Der Weg begann an einem japanischen Tempel, durch dessen Garten ich spazierte. Stilistisch ist er wohl aus dem 14. Jahrhundert, wobei ich von japanischen Gartenstilen leider echt wenig Ahnung habe. Schön war er jedenfalls!








Weiter ging es durch den berühmten Bambuswald. Der ist schon beeindruckend in seiner Monokultur. Auch eher angenehm "kühl". Natürlich waren unfassbar viele Leute auf dem Weg und es ist eigentlich zu laut. Ich stelle mir vor wie die Menschen damals im Kimono mit ihren Sonnenschirmen dort in Ruhe spazieren gegangen sind, das ist bestimmt schön gewesen.
 



 

Direkt im Anschluss besuchte ich einen Garten, den vor ca. achtzig Jahren ein damals berühmter Stummfilmschauspieler angelegt hat. Der Eintritt von 1000 ¥ hat sich da absolut gelohnt, es ist wirklich bezaubernd. Und angenehm ruhig. Und überall schattig. Am Ende gab es für jeden einen Matcha kostenlos, zu meinem Schrecken allerdings gesüßt. 
 



 

Schließlich ging ich durch einen Park zum Fluß hinunter und zurück Richtung Bahnhof. Inzwischen hatten die vielen Läden dort geöffnet und überall Besucher unterwegs. Interessanterweise auch viele japanische Schulklassen. Ich weiß dass die Schüler meiner alten Highschool auch irgendwann nach Kyoto und mal nach Okinawa gefahren sind. Kyoto hat kulturell auch innerhalb Japans eine große Bedeutung.
Ein Straßenverkauf bot Gurken am Stiel an, das fand ich so abgefahren, da konnte ich nicht nein sagen. Und es war gut! Sie waren in salzigem Zitronenwasser eingelegt worden und sehr erfrischend nach so einem Spaziergang in der Hitze. 
 






Die Mittagszeit verbrachte ich im Hotel, was mir ermöglichte schon einmal zu duschen - sehr angenehm! 
Später traf ich mich zum Mittagessen mit einer deutschstämmigen Freundin, die hier in Kyoto studiert. Es gab japanisches Curry für mich, mit der Besonderheit, dass es vegan war. Wenn man weiß wo man suchen muss und etwas Zeit hat findet man durchaus solche Möglichkeiten. Es war ein echt niedlicher Laden, mit nicht mehr als einem Dutzend Plätzen, und das Essen war gut. 




Sie begleitete mich zum Kinkaku-ji, auch bekannt als Goldener Pavillion. Es ist eines der absoluten Highlights von Kyoto, wenn nicht eines der berühmtesten Bilder aus Japan. Wie zu erwarten war war es recht voll und außer dem einen Foto nicht so viel zu sehen, aber beeindruckend ist es trotzdem. 
 



 

Nach der Hitze kühlten wir uns in einem Café ab, wo ich eine wilde Mischung aus Dorayaki und Matcha-"Käsekuchen-Eis" zu mir nahm. Es war lecker und sehr sättigend. 
 

 

Den Abend verbrachte ich in Ruhe im Hotel mit der nächsten Dusche, Fotos sortieren und dem Beantragen einer SIM-Karte. Ich sag's euch, Fotos sortieren und veröffentlichen ist schon eine langwierige Angelegenheit...

Diese hauchzarten Mochi sind sehr lecker - Danke für die Empfehlung! :)




Kommentare

  1. Das mit den Fotos kenne ich... Aber es ist schön, an Deinen Erfahrungen teilhaben zu können! Ganz vielen lieben Dank dafür! 😘

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